Im Paradies

Dieser Tag begann mit einem kleinen Schock. Wir waren alle um acht auf dem Innenhof verabredet, um uns dann auf den Weg zum Petershof zu machen. Ich wachte auf und hörte den Satz „Ihr habt noch eine halbe Stunde, dann müssen wir los.“, dann steh‘ ich auf und sehe, dass es nur noch zwanzig Minuten sind. Also blieb mir nichts anderes übrig als mich schnell fertig zu machen, was auch kein Problem wäre, wenn dabei nur nicht immer diese Hektik entstehen würde. Dann hat mit kleiner Verspätung doch alles geklappt und wir saßen im Bus. Diese kleinen Busse lösen ein richtiges Urlaubsfeeling aus. Die Sonne scheint durch die Fenster an der Seite und durchs Dach und meine Sonnenbrille lässt mich alles durch zwei rosarote Herzen sehen. Nach nicht allzu langer Zeit kamen wir an der riesigen Gartenanlage an und nach kurzem Warten und ein paar Ansagen starteten um elf die Fontänen der Brunnen. Beim Versuch einige Fotos zu schießen, bemerkte ich einen Arm auf meiner Schulter, lautes Gelaber hinter mir und gefühlt zwanzig Köpfe vor mir. Aber ich habe es geschafft. Wasser hat immer eine beruhigende Wirkung auf mich und diese Springbrunnen und Fontänen brachten mich zum Lächeln. Ich verlor dann für kurze Zeit meine Gruppe und da das Gelände sehr umfangreich ist, lief ich erst einmal irgendwo lang um Bilder zu machen. Ich liebte es dort, diese wenigen Momente allein mussten nicht sein, waren aber wunderschön und ich habe sie genossen. Die Sonne im Gesicht zu haben und das Wasser zu beobachten hat unfassbar gut getan und mich für einen Moment alles andere vergessen lassen. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich in meinem eigenen kleinen Paradies. Nur die Sonne, das Wasser und das Grün um mich herum. Ja, die im Park verteilten Gebäude waren auch wunderschön, aber so kitschig das auch klingt, sind es oft die kleinen Dinge die glücklich machen. Heute Abend stand noch das Geburtstagsfest St. Petersburgs bevor. 21 Uhr begann es mit klassischer Musik am Schlossplatz. Es war überfüllt, teilweise schön, aber es war kein Fest. Wir wurden ermahnt, weil wir zu laut lachten. Nicht weiter schlimm, da wir ab dann durch die Stadt schlenderten, auf der Suche nach Straßenmusik. Die Suche endete erfolgreich und brachte noch einmal zum Vorschein, wie die Menschen in St. Petersburg sich der Musik, selbst mitten auf der Straße, hingeben können.

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