Großstadtjungle

IMG_2261.JPGWir vollendeten heute unsere Tour durch die Stadt, die man für uns geplant hat. Wir bekamen Aufgaben und eine Karte mit eingetragenen Punkten darauf, zu denen wir gehen sollen und die wir besichtigen können. Am Donnerstag sind wir schon die ersten Stellen abgelaufen und haben uns für heute das Ziel gesetzt, fertig zu werden. Als die Sonnenstrahlen in unser Zimmer drangen, sind wir noch lang nicht richtig aufgewacht. Ich glaube, aufgestanden bin ich erst halb zwölf. Ich habe das Ausschlafen sehr genossen, auch wenn ich nie wirklich Müdigkeit verspüre, man braucht ja doch seinen Schlaf. Nach einem kleinen Frühstück machten wir uns auf den Weg nach draußen an die frische Luft, um St. Petersburg noch genauer zu erkunden. Zunächst waren wir, zum wahrscheinlich zehnten Mal, an der Eremitage auf dem Schlossplatz, bei dem wir aufschreiben sollten, wie dieser auf Russisch heißt. Der Platz und seine Umgebung stecken im Moment voll mit Leben: Bühnen werden aufgebaut und alles schick gemacht, da St. Petersburg morgen Geburtstag feiert. Wahrscheinlich lebt dieser Platz immer durch all die Menschenmassen. Doch das Gefühl, das man jetzt verspürt, war so voller Tatendrang und Freude. Ich hätte im Wiener-Walzer-Schritt über den ganzen Platz tanzen können. Alle sind in Aufruhr und bewundern, wie ich, diese einzigartige Stimmung.

Direkt im Anschluss sind wir zur Isaakskathedrale gegangen, da diese sich gleich um die Ecke befindet. Sie bietet wohl einen erstaunlichen Ausblick, für dessen Genuss wir heute leider keine Zeit fanden. Hier bestand die Aufgabe darin, die Breite der Brücke am Isaaksplatz zu schätzen bzw. herauszufinden. Herausforderung angenommen: Ich stellte mich also an das eine Ende und ging in merkwürdigerweise lustig aussehenden Ein-Meter-Schritten über die Brücke. Dabei bestand mein Weg überwiegend daraus, mich durch parkende Autos zu quetschen, was meine zwei Begleiter sehr belustigend fanden. Das führte dazu, dass ich mich mit riesigen Schritten, lachend und wackelnd durch Autos zwängte, in denen zum Teil auch Menschen saßen und mich beschmunzelten. Nun war das auch geschafft, die Schätzung der Breite dieser Brücke war vollbracht. Wir waren dann auf dem Weg zur berühmten Admiralität am Anfang des „Невский проспект“. Ich mag dieses Gebäude sehr, da es sich im Prinzip durch oder an einem Park entlangzieht. Außerdem befindet sich ein Springbrunnen davor, was eine wirklich wundervolle Sicht auf dieses Bauwerk bietet. Hier sollten wir den Namen der Sehenswürdigkeit notieren. Nun ging es darum, über eine kleine Brücke auf eine Halbinsel zu kommen, auf der sich die Peter-Pauls-Festung befindet. Die Insel ist wunderschön und gibt ein anderes Blickfeld auf die Stadt preis. Man nimmt eine Art Skyline des russischen Barocks war und verliebt sich noch einmal mehr in St. Petersburg. Unsere Mission war es, die Höhe des Turmes der Festung herauszufinden oder auch zu schätzen. Zunächst haben wir letzteres getan, doch im Laufe des Tages erfuhren wir noch die genaue Höhe. Unsere letzte Station war das Kriegsschiff (Aurora) an einem Neva-Arm, das war schnell erledigt und schon ging es zurück zum Hostel, da am Abend eine Bootstour geplant war.

Auf dem Weg in unsere Unterkunft fing es zu regnen an. Es war so schön, endlich mal richtig nass zu werden vom Regen und durch die Straßen zu laufen und zu springen und den Moment zu genießen, um einfach alles Positive daraus zu ziehen und glücklich zu sein. Klitschnass im Flur angekommen beschließen wir, uns schnell warm anzuziehen und waren gespannt, wie die Tour auf dem Wasser bei diesem Wetter ablaufen wird. Nach kurzer Zeit startete diese auch schon. Eine Frau erzählte uns in Russisch geprägtem Deutsch einiges über die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Wetter war wechselhaft, an sich aber eher sonnig und ohne viel Regen. Das schimmernde Wasser, die Sonne im Gesicht und auf den geschlossenen Augen und das Schippern und Wanken des Bootes riefen eine sehr entspannte Stimmung in mir hervor. Diese Ausgeglichenheit übertrug sich auch auf den Rest des Tages, der wenig spektakulär mit einem Besuch im Café endete, in dem ich eine „Heiße Schokolade“ trinken durfte, die ich in diesem Moment so tatsächlich nicht erwartet hätte.

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